Die Stiftshütte und ihre Elemente (von Diane Feiner)

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Nachdem Moses auf dem Berg Sinai die Zehn Gebote empfangen hatte, empfing er außerdem von Gott die Anweisung zum Bau einer Stiftshütte, einem Ort der Begegnung zwischen Gott und dem Volk Israel. Im Neuen Testament, im Hebräerbrief, heißt es, diese Stiftshütte sei ein Abbild der wahren Stiftshütte im Himmel, und alle Bestandteile sind Abbilder der wahren Geräte im Himmel. Die Stiftshütte war von einem Zaun umgeben. Gleich nach dem Eingang kam man an den Brandopferaltar, dann kam das Waschbecken, dann kam die eigentliche Hütte, oder die Wohnung, die auch „Zelt der Begegnung“ hieß. Die Wohnung bestand innen aus zwei Teilen:

Erstens, dem größeren Teil, dem Heiligtum. Hier befanden sich ein Leuchter, ein Tisch mit Schaubroten, und ein Räucheraltar. Dann kam der Vorhang, und hinter dem Vorhang war die Bundeslade.

Als König Salomo ungefähr fünfhundert Jahre später den ersten Tempel in Jerusalem baute, wurde das Schema der Stiftshütte beibehalten. Denn es war schließlich Gottes Anweisung. Jedes Mal, wenn der Tempel neu errichtet wurde, wurde das Schema beibehalten, auch beim Prachttempel des König Herodes. Alle Geräte wurden bei ihrer Einweihung mit heiligem Salböl, das aus kostbarem Olivenöl und teuren Gewürzen hergestellt wurde, gesalbt, ebenso der Hohepriester und die Priester.

Das Waschbecken

Das Waschbecken war aus Kupfer. Es stand zwischen dem Brandopferaltar und dem Zelt. Bevor die Priester ins Zelt gingen, mussten sie sich Hände und Füße waschen. Wenn der Hohepriester am Tag der Versöhnung ins Zelt ging, musste er sich sogar am ganzen Körper waschen, bevor er die weißen Entsühnungskleider anzog. Jesus sagt, dass der, wer am ganzen Körper reingewaschen ist, nur mehr die Füße waschen braucht; er spricht von den Sünden. Durch das Blut Jesu sind wir von unseren Sünden reingewaschen, wie es im Hebräerbrief steht.

Die Bundesladewaswirtun kindergd stiftshuette2

Die Bundeslade befand sich hinter dem Vorhang, im Allerheiligsten. Es steht in der Bibel, dass dies der Ort ist, an dem Gott dem Volk begegnet. Obendrauf sind zwei Cherubine, die die Lade mit ihren Flügeln bedecken; dieser Teil heißt der Gnadenthron. Innen drinnen in der Lade sind die zehn Gebote, die Moses auf dem Berg Sinai erhielt; später kam noch ein goldener Krug mit Manna hinzu und der grünende Mandelzweig des Hohenpriesters Aaron. Nur einmal im Jahr durfte der Hohepriester hinter den Vorhang zur Bundeslade, am Großen Versöhnungstag. Er ging dann hinein mit dem Blut eines Stiers und eines Ziegenbocks und besprengte dann die Bundeslade. Mit dem Blut des Stiers schaffte er für sein Haus Vergebung, mit dem Blut des Ziegenbocks für das ganze Volk Israel. Das heißt, er musste erst für sich selbst um Vergebung schaffen, bevor er für das Volk um Vergebung bitten konnte. Anders als unser Hohepriester, Jesus Christus: Er ist Mensch geworden wie wir, doch ohne Sünde. Weil er sein kostbares Blut für uns gegeben hat, dürfen wir mit Zuversicht hintreten vor den Gnadenthron.

Der Vorhang

Der Vorhang war zwischen dem Heiligtum und dem Allerheiligsten und war extrem schwer. Wenn der Hohepriester einmal im Jahr hinter diesen ging, hatte er eine lange Kordel von seinem Gewand herunterhängen, dass man ihn notfalls an der Kordel herausziehen konnte, falls Gott ihm nicht gnädig war und ihn schlug. (Das geschah aber nie, zumindest nicht am Versöhnungstag!) Dieser Vorhang war es, der von oben nach unten entzwei riss, als Jesus gekreuzigt war. Von oben nach unten, nicht von unten nach oben, wie es gewesen wäre, wenn Menschen ihn entzwei gerissen hätten. (Was gar nicht gegangen wäre, weil der Vorhang SOOO dick war!) Das heißt, Gott selber hat den Vorhang entzweigerissen. Dies soll bedeuten, dass Jesus den Weg für uns zum Allerheiligsten und zum Gnadenthron freigemacht hat. Wie es geschrieben steht: Durch das Blut Jesu dürfen wir mit Zuversicht zum Gnadenthron kommen.

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Der Leuchter

Der Leuchter stand im Heiligtum gegenüber den Tisch mit dem Schaubroten. Er war aus purem Gold und wog 36 Kilogramm. Er hatte sieben Arme, die mit Mandelblüten und aus Gold verziert waren. Die Lampen sollten täglich mit reinem Öl aus gepressten Oliven gefüllt werden, damit sie niemals ausgehen. Am Abend mussten Aaron und seine Söhne immer wieder Öl nachfüllen, damit der Leuchter durchbrannte bis zum Morgen. Es sollte das ewige Licht darstellen, dass Gott in die Welt scheinen lässt. Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht im Finstern wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.“

Der Tisch mit den Schaubroten

Der Tisch mit den Broten stand gegenüber dem Leuchter im Heiligtum. Es sollten ständig zwölf Laibe ungesäuertes Brot auf dem Tisch liegen (für jeden Stamm des Volkes Israel), deshalb hießen sie auch Schaubrote. Sie sollten an Gottes Versorgung denken, an das Manna, das Gott in der Wüste geschickt hat. Sie waren mit ungesäuertem Teig gemacht, das heißt, ohne Sauerteig (Germ, Hefe). Symbolisch ist Sauerteig ein Zeichen für Sünde. Wenn wir an Jesus glauben, so steht es, sollen wir den alten Sauerteig wegschaffen, den Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, damit wir ein neuer, reiner, ungesäuerter Teig werden. Unser „Schaubrot“ ist Jesus Christus. Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“

Der Räucheraltarwaswirtun kindergd stiftshuette4

Direkt vor dem Vorhang stand der goldene Räucheraltar, auf dem jeden Morgen die Priester kostbaren Weihrauch brennen sollten. Einmal im Jahr nahm der Hohepriester eine goldene Schale voll Glut mit Räucherwerk hinter den Vorhang, damit der Gnadenthron von dem Weihrauch bedeckt sei. Der Weihrauch steht für die Gebete der Heiligen, die Gott ein wohlgefälliges Opfer sind. Durch das Blut Jesu dürfen wir mit Gott reden und ihn loben und preisen, ihm aber auch Fürbitten bringen, die seinen Gnadenthron so bedecken wie der Weihrauch im Allerheiligsten. Wenn die Priester für jemanden ein Sündenopfer anrichteten, ließen sie das Blut des Widders oder Ziegenbocks in eine Schale laufen, mit der sie dann ins Zelt kamen. Der Hohepriester bestrich dann die Hörner des Räucheraltars mit dem Blut des Sündopfers, damit derjenige, dessen Sündopfer geschlachtet worden war, entsühnt wurde. Denn, wie es geschrieben steht: „Ohne Blutvergießen erfolgt keine Sündenvergebung.“

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Der Brandopferaltar

Der Brandopferaltar war aus Kupfer und war riesig. Klar, wenn doch jeden Tag massenhaft Opfer von ca. 2 Millionen Menschen verbrannt werden mussten! Jeden Tag mussten die Priester ein Schaf morgens und ein Schaf abends als tägliches Brandopfer verbrennen. Dazu kamen dann im Laufe des Tages Brandopfer, Schuldopfer, Schwingopfer, Dankopfer und andere von diversen Israeliten hinzu. Wobei die Priester zwar die Opfer anrichteten, aber das Tier schlachten musste derjenige, der das Opfer brachte. Ganz wichtig ist dies: Von einem Sündopfer wurde nur die Eingeweide und das Fett verbrannt und das Blut ins Zelt getragen. Der Rest des Widders oder Ziegenbocks wurde vor das Lager gebracht und draußen vor dem Lager verbrannt, nicht auf dem Brandopferaltar. Deshalb steht es auch so im Hebräerbrief geschrieben: „Denn die Leiber der Tiere, deren Blut durch den Hohepriester als Sündopfer in das Heilige getragen wird, werden außerhalb des Lagers verbrannt.“ Und: „Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor.“

Levi

Der dritte Sohn von Jakob hieß Levi. Anfangs war er gar nicht so ein Heiliger, er hat sogar mit seinem Bruder Simeon ein ziemliches Blutbad angerichtet. Erst nachdem Moses, der aus dem Stamme Levi war, die Israeliten in die Freiheit geführt hatte, wurde der Stamm Levi zum Dienst an der Stiftshütte auserwählt. Die Leviten bestanden aus drei Untergruppen, aus den Gerschonitern, den Meraritern und den Kehathitern, nach den drei Söhnen Levis Gerschon, Merari und Kehath. Aaron und Moses waren aus der Familie der Kehathiter, deshalb konnten nur diejenigen Leviten Priester sein, die aus der Familie der Kehathiter, genauer genommen, von Aaron, dem ersten Hohenpriester, abstammten.  

Der Hohepriesterwaswirtun kindergd stiftshuette6

Der erste Hohepriester war Aaron, der Bruder Moses, aus dem Stamme Levi durch die Familie Kehath. Hohepriester durfte nur ein direkter Nachkomme Aarons werden. Er trug normalerweise ein Gewand aus Purpur mit einer Kopfbedeckung und einer Brusttasche, auf der die Namen der zwölf Stämme Israels eingraviert waren. Damit er sie allezeit vor Gott im Gebet tragen sollte, so heißt es in der Bibel. Nur einmal zieht er seine Kleider aus und zieht weiße Kleider an: An dem Tag, an dem er hinter den Vorhang ins Allerheiligste tritt, um Sühne zu schaffen für sich und fürs ganze Volk. Die weißen Kleider sollen darstellen, dass Gott die Sünde des Volkes hinwegnimmt und sie so weiß macht wie Schnee.

Die Kehathiter

Die Kehathiter waren für die ganzen Geräte in der Stiftshütte verantwortlich, die Lade, den Tisch, den Leuchter, die Altäre und alle Geräte des Heiligtums und den Vorhang zwischen dem Heiligtum und dem Allerheiligsten. Wenn das Volk Israel aufbrach, mussten die Kehathither diese Sachen tragen.

Die Gerschoniter

Die Gerschoniter waren verantwortlich für die Decken um das Zelt, die Umhänge an den Zäunen, den Vorhang am Eingang der Stiftshütte und alles, was man aus Stoff war und man abnehmen konnte.

Die Merariter

Die Merariter waren für das Gerüst verantwortlich, das heißt, für die ganzen Bretter, die Pflöcke, die Zäune. Wenn das Lager aufbrach, mussten sie die ganzen Sachen tragen.

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