Unsere Identität als Evangelikale Freikirche:

Wir stehen als christliche Gemeinde zum apostolischen Glaubensbekenntnis.

Wir stehen als Protestanten zu den 3 Grundsäulen der Reformation:

- sola scriptura (allein die Schrift)
- sola fide (allein aus Glauben)
- sola gratia (allein aus Gnade)

"Die Evangelikale Bewegung ist transkonfessionell ... Sie ist vor allem eine Bewegung. Sie ist weder Sekte noch Sondergemeinschaft, sondern ein Zweig des protestantischen Christentums, das sich einer eher reformierten Tradition verpflichtet weiß."
(aus Gasper/Müller/Valentin: "Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen", Herder 1990)

Die Wurzeln der Evangelikalen Freikirchen gehen zum Teil zurück bis auf die Waldenser, Hussiten und Täufer der Vorreformationszeit, zum Teil liegen sie im Pietismus und in den Erweckungsbewegungen des 18. und 19. Jahrhunderts.

Zur Evangelikalen Bewegung werden weltweit zwischen 150 Mio. (World Christian Encyclopedia) und 245 Mio. Christen oder 5,1% der Weltbevölkerung gerechnet (P.J. Johnstone: "Gebet für die Welt", Hänssler 1987)

Wir fühlen uns in Österreich (und weltweit) im Rahmen der Evangelischen Allianz mit vielen Gläubigen der Evangelischen Kirche und anderer protestantischer Konfessionen verbunden.

 

Unterscheidung von Sekten

Evangelikale Gemeinden unterscheiden sich klar von Sekten und religiösen Sondergemeinschaften, sowohl glaubensmäßig, wie soziologisch, indem...

    ...sie sich als protestantische Kirchen zu den Grundlehren des christlichen Glaubens bekennen,

    ...sie keine für alle verbindlichen Sonderlehren vertreten, die aus einer anderen Offenbarungsquelle: (z.B. einem Buch, einem Propheten, einer prophetischen Organisation) stammen, als jener der Heiligen Schrift,

    ...sie dezentral und nicht hierarchisch organisiert sind, d.h., dass die örtlichen Gemeinden selbständig und nicht weisungsgebunden sind, und dass ihre Lehre und Glaubenspraxis nicht zentral von einer Person oder einer bestimmten Organisation bestimmt wird

    ...sie sich in Lehre und Leben an die Bibel gebunden wissen, aber Auffassungs- und Lehrunterschiede sowie unterschiedliche Frömmigkeitsstile in verschiedenen Gemeinden und Gemeindebünden durchaus normal sind,

    ...sie nicht Unfehlbarkeit für sich beanspruchen und sich nicht als allein wahre Kirche betrachten,

    ...sie nicht Leistungskriterien (z.B. Predigtstunden, Buchverkauf, die Einhaltung äußerlicher Regeln und Gesetze), Schuld und Angst als Druckmittel verwenden, sondern im Gegenteil die befreiende Kraft des Evangeliums betonen,

    ...sie nicht versuchen, die Gläubigen von ihrer Umgebung zu isolieren, sondern sie im Gegenteil ermutigen, als "Licht"' und "Salz" in dieser Umgebung zu leben,

    ...sie sich hauptsächlich durch anonyme Beiträge finanzieren und keinen finanziellen Druck auf ihre Mitglieder ausüben.

 

Warum evangelikale Gemeinden?

Dafür sprechen eine Reihe von Gründen:

Oft ersetzen religiöse Zeremonien eine persönliche Beziehung zu unserem Schöpfer. Aber nur ein in Jesus Christus gegründeter Glaube errettet und befähigt uns zu einem sinnvollen und erfüllten Leben aus der Kraft Gottes. Wir brauchen eine persönliche Umkehr zu Jesus Christus.

Unser Glaube steht in der Gefahr, von Traditionen erstickt zu werden. Damit sich Christsein in den täglichen Herausforderungen unserer Zeit bewährt, müssen wir lebendiger am Wort Gottes festhalten. Wir brauchen immer wieder Erneuerung.

Wenn das Christentum auch in Zukunft noch eine tragende Rolle in unserem Land haben soll, müssen wir es wagen, neue Wege einzuschlagen. Wir brauchen Gemeinden, die von den Gläubigen selbst getragen und bestimmt werden. Wir brauchen freie Gemeinden in einer freien Gesellschaft.

Im Neuen Testament wird die Gemeinde als Leib beschrieben, an dem alle Glieder benötigt werden. Menschen, die sich in der Liebe Christi verbunden fühlen, bilden eine Gemeinschaft von gleichwertig, aber verschieden begabten Gliedern, wobei Jesus das Haupt ist. Wir brauchen lebendige Gemeinschaft. (Aus der Broschüre "Evangelikale in Österreich")